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Ausdauer & Beharrlichkeit oder das Reiten toter Pferde

Bild von Ron Porter / Pixabay
Bild von Ron Porter / Pixabay

Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung

 

 

In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, wie gerade jetzt, zeigen sich umso klarer gewisse durchaus sehr menschliche Verhaltensweise hinsichtlich Management- bzw. Geschäftsführer-Entscheidungen. Von jenen Betrieben, deren Kostenrechnung gar nicht die Analyse & Unterscheidung zw. profitableren und defizitären Bereiche ermöglicht, einmal abgesehen gibt es oftmals in Unternehmen unterschiedliche Geschäftsbereiche, Produktgruppen, Regionen oder Vertriebskanäle die besser oder eben schlechter/ defizitär laufen.

Bild von Gerd Altmann / Pixabay
Bild von Gerd Altmann / Pixabay

 

Eine der grundlegenden Charaktereigenschaften von Unternehmern und Geschäftsführern sollte sein, ausdauernd &  konsequent den Erfolg anzustreben.  Die Kunst ist es jedoch, rechtzeitig zu erkennen, dass man Gefahr läuft „tote Pferde zu reiten“.

 Längerfristig negativ performende Gesellschaften oder Geschäftsbereiche binden nicht nur finanzielle Mittel, sondern erfordern überproportionalen Management- Einsatz und müssen von den „Cash-Cow-Bereichen“ quersubventioniert werden.

In Folge wird jedoch dadurch auch die Zukunfts- & Wettbewerbsfähigkeit der gesunden Kernbereiche eingeschränkt.

Operative wirtschaftliche Verflechtungen zwischen Gesellschaften bzw. Geschäftsbereichen erschweren die nüchterne, saubere analytische Betrachtung dahingehend zusätzlich.

Gerade da bräuchte es im Gesellschafter und Management-Kreis klar aufbereitete Szenarien (Wenn-Dann) und vor allem letztlich von Allen mitgetragene Entscheidungen.

Zögern-Abwarten im schlimmsten Fall nichts zu tun, kann existenzielle Folgen mit sich bringen. Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung bzw. wird Konsequenzen haben.

Die Gründe dafür sind vielseitig:

  • Festhalten/ Emotionale Bindung an Langjährigen / tradierten Geschäftsbereichen (das Herzblut des Gründers der Geschäftsführung hängt dran)
  • Hamster-Rad-Anstrengungen – immer wieder mit den gleichen Mitteln und Methoden Effizienzsteigerungen bzw. das Drehen in die Gewinnzone zu versuchen
  • Entscheider und Entscheidungsgremien diskutieren über strategische Ausrichtung ohne entsprechende Zahlen- & Faktenbasis =>falsche Entscheidungen sind die Folge
  •  Management und Gesellschafter diskutieren im schlimmsten Fall streiten jahrelang ergebnislos, wie mit defizitären Bereichen umzugehen sei
  • Scham & Angst des Scheiterns- Carve-Outs, Schließungen oder das Einleiten von Sanierungsverfahren werden nicht in Betracht gezogen bzw. fehlt die Vorstellungskraft, dass diese Möglichkeiten unter Umständen jahrelange Probleme lösen könnten

 

Bild von hirivas / Pixabay
Bild von hirivas / Pixabay

Das Unternehmensschiff weiterhin klar auf Kurs in eine gewinnbringende Zukunft zu steuern, braucht neben dem täglichen Einsatz & Leidenschaft auch den Mut und die ehrliche Einsicht zur Veränderung bzw. zum Loslassen. Schmerzen, Selbst-Kritik und Fehler eingestehen inklusive.

 

 

Zum Glück gibt’s neben Ausgangs-Türen oftmals auch (neue) Eingangs-Türen…