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CORONA-KRISE ZUM TROTZ: „UND SIE DREHT SICH DOCH!“

Österreichs Wirtschaft läuft weiter, aber es wird mit mehr Insolvenzen gerechnet

Ricardo-José Vybiral ©Petra Spiola
Ricardo-José Vybiral ©Petra Spiola

Vorgestern am 24.3.2020 verlautbarte KSV 1870 Geschäftsführer Ricardo-José Vybiral mit deutlich mehr Insolvenzen zu rechnen, obwohl der Kreditschutzverband die österreichischen Unternehmen als gut gerüstet sieht.

 

Ein Zeichen dafür ist, dass trotz Großteils massiv wegbrechender Umsätze / Einnahmen die aktuelle Zahlungsmoral bei Österreichs Betrieben im internationalen Vergleich noch sehr hoch ist.

 


Die von der Regierung angestrebte und von der Justizministerin angekündigte „Insolvenzbremse“ könnte den Anstieg an Konkursen und Sanierungsverfahren abmildern. Aktuell sind betroffene Unternehmer verpflichtet, innerhalb von 60 Tagen eine Insolvenz zu beantragen, wenn entsprechende Insolvenzvoraussetzungen vorliegen und gleichzeitig auch eine negative Zukunftsprognose besteht. Diese Frist soll auf 120 Tage ausgeweitet werden.

 

 

In einer vor Beginn der Corona-Krise vom KSV1870 durchgeführten Umfrage hatten knapp 63 % der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage positiv bewertet. Ursprünglich für 2020 geplante Investitionen wollten 68 % der Betriebe in erster Linie mit ihrem Eigenkapital finanzieren.

In den vergangenen 5 Jahren habe sich die Eigenkapitalquote im Durchschnitt um rund 2 % pro Geschäftsjahr erhöht. Die angesammelten Rücklagen können nun über die aktuelle Krisen Situation helfen.

Acredia erwartet rund 8-10 Prozent mehr Insolvenzen

Gudrun Meierschitz ©Acredia.at
Gudrun Meierschitz ©Acredia.at

Gestern am 25.3.2020 erfolgte eine Aussendung von ACREDIA Versicherung (ein Spezialist zur Absicherung von Forderungsausfällen) zum Thema aktuelle Einschätzungen zu den Auswirkungen durch die Corona-Krise,  in der nimmt Vorstand Gudrun Meierschitz wie folgt Stellung:

„Unsere aktuelle Analyse geht von einer Senkung des globalen BIP-Wachstums für 2020 von +2,4 % auf +0,8 % aus. In diesem Zusammenhang ist für Österreich 2020 mit einem BIP-Rückgang von -1,5 % zu rechnen“.  

Je nachdem wie sich die österreichischen Banken nun in der gegenwärtigen Krise bei Ihren Kreditvergaben bzw. Prolongationen verhalten, rechnet ACREDIA Vorstand Gudrun Meierschitz mit einem Anstieg der Konkurse um rund 8-10 %. Weltweit wird mit rund 14 % mehr Insolvenzen gerechnet. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 waren es rund 8,9 %.

Welche Branchen sind besonders am Radar bzgl. Forderungsausfall bzw. Insolvenzgefahr?

 

Der Ausfallsversicherer schätzt speziell jene Branchen als am stärksten gefährdet ein, die global tätig sind. Dies gilt zum einen für die Bereiche Beschaffung, dh  für jene die von stark internationale Lieferketten abhängig sind und zum anderen für Betriebe die  weltweite Absatzmärkte haben, genannt werden u.a. die Sektoren Maschinen- & Ausrüstungsbau, Textil, Computer & Elektronik, Rohstoffe, aber auch Transport, Hotellerie sowie Gastronomie aufgrund der stark wegbrechenden Einnahmen aus dem Tourismus.